Geschichte

Am 1.Mai 1831 teilt der Apotheker Carl Leopold Beyschlag dem Bayerischen Staatsministerium des Innern in München mit:

„ Ich halte mich für verpflichtet einer Königlichen Regierung anzuzeigen, daß ich nunmehr den höchsten und allerhöchsten Befehlen nachgekommen und nach Herzogenaurach überzogen bin und daselbst meine Apotheke am 26. April 1831 eröffnet habe. „

Damit begann die Geschichte der Beyschlagsche Apotheke in der Hauptstrasse (dem ehemaligen „Hohen Pflaster“).

Die Beyschlagsche Apotheke hatte kurz nach ihrer Gründung im Städtchen 424 Familien in 227 Häusern zu versorgen. Neben der Apotheke führte der Apotheker ab 31. Dezember 1850 die erste Herzogenauracher Postexpedition in seinem Haus.

Mit seinem Tod am 14. Februar 1849 übernahm der älteste Sohn Max die Apotheke.

Seine Tochter heiratete 1881 den bereits im häuslichen Betrieb tätigen Apotheker Johann Sehring. Nach dem Tod des Schwiegervaters Max Beyschlag im Jahr 1902 bewirbt sich Johann Sehring erfolgreich um die Konzession zum Betrieb der Apotheke, nachdem die Witwe Frau Auguste Beyschlag darauf verzichtet hatte. Damit blieb die Apotheke auch in der dritten Generation in der Familie.

Die Kinder der Familie Sehring blieben seitdem dem Apothekerberuf treu. Der 1883 geborene Sohn Markus Sehring übernimmt am 1. Juli 1916 die Verwaltung der väterlichen Apotheke.

Als am Morgen des 16. April 1945 amerikanische Truppen in Herzogenaurach einmarschierten, übernahmen die Sieger die Stadtverwaltung und besetzten die bedeutendsten Stellen. Die Beyschlagsche Apotheke wurde beschlagnahmt und der Nürnberger Apotheker Klietsch mit ihrer Verwaltung beauftragt, die für einige Zeit in das Anwesen Hauptstrasse 49 verlegt worden war. Nachdem sich das Alltagsleben in Deutschland wieder langsam normalisiert hatte, pachteten nacheinander die Apotheker Franz Auer und Hans Costa die Beyschlagsche Apotheke.

Inzwischen hatte der Sohn Jörg Sehring nach Abitur, Kriegsdienst, Praktikum und Studium seine Apothekerausbildung erfolgreich abgeschlossen. Am 1.Januar 1955 übernahm er die Leitung der väterlichen Apotheke, die von ihm im Jahre 1969 großzügig renoviert wurde.

Von seinen beiden Kindern studierte Tochter Gabriele Pharmazie in Marburg. Nachdem die 6 jährige Verpachtung der Apotheke an Dr. Reinhold Holzheid 1988 abgelaufen war, übernahm Gabriele Sehring-Castelli, inzwischen verheiratet, die Apotheke in Pacht. 1990 ging die Apotheke dann in der sechsten Generation in ihren Besitz über.